Bericht des Vorstands 04/2011

Liebe Ruhrtalerinnen,
liebe Ruhrtaler,

„Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben“.
(Anonym)
Dieses schon oft gebrauchte Zitat kam mir in die Finger, als ich mir ein paar Gedanken für die vorliegende Ausgabe unserer Vereinszeitung machen wollte. Es ist doch so, schon wieder fast ein Jahr vorüber. Das kann doch gar nicht sein! Wo ist die Zeit nur geblieben?
Die Tage scheinen zu rasen, die Jahre im Flug zu vergehen; doch, warum ist das so?
Ist es das persönliche Empfinden eines jeden einzelnen von uns?


Hat das Gefühl der schnelllebigen Zeit mit unseren individuellen Erlebnissen zu tun? Gibt es im Erwachsenen- und Älterwerden allgemein das Erleben, dass Tage und Jahre dahinrauschen wie der Wind?

„Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben“.

Diese Aussage steht in krassem Gegensatz zu dem, was wir oftmals erleben und das ich versucht habe mit ein paar Sätzen zu verdeutlichen. Bei aller Zeit, all den Tagen und Jahren, die verstreichen, ist doch eines wichtig:
Wie ist diese Zeit gefüllt?
Wie intensiv wird diese Zeit gelebt?

Wird die Zeit als Aneinanderreihung punktueller Ereignisse gesehen, die nach und nach abgearbeitet und abgehakt werden müssen?
Oder ist Zeit eine Spanne, ein Abschnitt, der unser Leben, je nach Situation prägen und erfüllen kann?
Es wäre zu wünschen; der Alltag jedoch sieht oftmals anders aus.
Stress und Hektik, Termine und Zeitdruck – wenig Platz für Erfüllung, keine Lust sich davon prägen zu lassen. Wenn ich Zeit verstehe als Zeit, die über mich bestimmt, dann bin ich weit davon entfernt, meinen Jahren mehr Leben zu geben. Zeit aber als Möglichkeit etwas zu verändern, lässt mich diese nicht ohnmächtig erleben, sondern konstruktiv gestalten. Das kann nicht immer gelingen, ist aber in Ansätzen durchführbar, ob in der Familie, im Beruf oder im Verein.

Ich wünsche Ihnen allen für die vor uns liegende Advents- und Weihnachtszeit die Erfahrung von erfüllter Zeit, möge es ihnen gelingen, diese nicht einfach nur abzuhaken,
sondern mit Sinn und somit mit Leben zu füllen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Johannes Riße