Dezimierte Ruhrtaler überzeugen im Derby

„Heute müssen wir über unsere Schmerzgrenzen hinaus gehen“, so die Ansage von Trainer Stephan Pade an die erste ruhrtaler  Manschaft am vergangenen Samstag vor dem Duell gegen den Lokalrivalen Annen-Rüdinghausen. Hintergrund war die nur sehr sporadisch bestückte Bank der Ruhrtaler, die auf einige Kräfte im Rückraum verzichten mussten.

Umso mehr überraschten die Ruhrtaler durch zunächst sehr sicheres und überlegtes Angriffsspiel, mit dem man sich immer wieder klare Torchancen erspielen konnte. Anfängliche Absprachefehler in der Deckung sorgten jedoch dafür, dass sich die Anfangsphase noch sehr ausgeglichen gestaltete (4:4). Im Laufe der ersten Halbzeit fand sich Abwehr jedoch immer besser, wodurch man den Gastgebern keine einfachen Tore mehr erlaubte. Im Angriff gelang es über die kompletten ersten 30 Minuten die Konzentration hoch zu halten und dadurch langsam bis zum Halbzeitstand von 10:15 davonzuiehen. Besonders auffällig war, dass trotz der ungewohnten Besetzung kein spielerisches Abfallen gegenüber den Spielen mit voller Besetzung zu beobachten war.

In der zweiten Halbzeit machten die Ruhrtaler sofort da weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Sowohl in 1-gegen1 Situationen, als auch im konzeptionellen Spiel sah die Abwehr der „jungen HSG“ ein ums andere mal ziemlich alt aus. Beim Spielstand von 13:20 schien das Spiel fast schon entschieden, dann musste man allerdings dem hohen Laufaufwand in der Abwehr und den geringen Wechselmöglichkeiten Tribut zollen. Im Innenblock bekam man keinen Zugriff mehr auf die Rückraumspieler und ermöglichte es Annen-Rüdinghausen, die sich zu keinem Zeitpunkt der Partie aufgaben, sich wieder heranzukämpfen und tatsächlich noch einmal zum 28:28 auszugleichen. Die Hoffnung der Gastgeber währte jedoch nur kurz, mit einem 4:0 Lauf zog Ruhrtal innerhalb kurzer Zeit wieder davon und sicherte sich damit den verdienten 29:32 Auswärtssieg zum Ende der Hinrunde.

Trainer Stephan Pade  war insbesondere von der Einstellung seiner Mannschaft beeindruckt: „Ich freue mich natürlich sehr über eine kämpferisch tadellose Leistung. Zumal, wenn man berücksichtigt, unter welchen Umständen dieser Erfolg zustande gekommen ist. Ich neige normalerweise nicht dazu, über personelle Missstände zu jammern, aber ich finde diese mal sollte nicht unerwähnt bleiben, dass mit Denner, Heier, Ader, Hensel und Glass gleich 5 Rechtshänder für den Rückraum fehlten. Ich wüsste ehrlich gesagt keine andere Mannschaft der Liga, die diese Ausfälle hätte kompensieren können. Da fällt es auch nicht ins Gewicht, dass wir dem Gegner erlaubt haben, nach einer 13:20 Führung auf 28:28 auszugleichen, wenn wir danach die Moral besitzen, trotz psychologischem Nachteil, direkt wieder auf 4 Tore wegzuziehen (28:32). Ich bin mittlerweile als Trainer über 30 Jahre im Geschäft, aber das nötigt selbst mir Respekt ab.

Es fällt mir schwer, aus der geschlossen guten Mannschaftsleistung jemanden herauszuheben, jedoch sticht die Leistung von Kreisläufer Niklas Teeke heraus. Dabei sollte allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass er von den Rückraumspielern immer wieder außerordentlich gut in Szene gesetzt wurde.“

Es spielten: Böker, Agatz, Gies (1), Küper (5), Osthaus (5), Andersen (2), Dickamp (4), Cassel (1), Böhmer (3), Teeke (11/3)