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Ambrosius Günther zum Ehrenmitglied ernannt

„Ich hatte immer Manndeckung!“

Früherer Abteilungsleiter Ambrosius Günther zum Ehrenmitglied ernannt. 64 Jahre lang mit Begeisterung bei seinem Club (Text-Quelle & Foto: WAZ/Schinkewitz 28.02.2019).
Ab und an blickt Ambrosius Günther gerne mal in seine alten Zeitungsberichte, stöbert so in den zahllosen sportlichen Erinnerungen.

Es war wohl der emotionalste Moment während der Jahreshauptversammlung der DJK TuS Ruhrtal, die in diesem Jahr runde 100 wird und damit ein stattliches Jubiläum feiert. Als Höhepunkt des Abends wurde Ambrosius Günther nach vorn gebeten. Begleitet von stehenden Ovationen wurde dem 87-Jährigen die Ehrenmitgliedschaft des Vereins angetragen.

„Ich muss zugeben: Da ist bei mir schon die eine oder andere Träne geflossen“, sagt der Bochumer. Für ihn war die DJK wie eine zweite, große Familie. „Ich bin ja heute noch immer gerne dabei, wenn die Handballer ihre Ligaspiele austragen“, so Günther. Seit 64 Jahren ist er nun selbst ein Ruhrtaler, gehört quasi längst zum Vereinsinventar.

Aufgewachsen in seinem Heimatort im Bochumer Stadtteil Langendreer („wenn ich zu Hause aus dem Fenster schaue, kann ich aber schon Witten sehen“), entdeckte er bereits früh seine Leidenschaft für den Handball, spielte für den BV Langendreer 07. „Irgendwann haben wir dann mal gegen Ruhrtal gespielt, ich warf da einige Tore – und dann haben sie mich abgeworben“, erinnert sich der 87-Jährige mit einem breiten Lächeln. Für Ambrosius Günther, der 1947 eine Bergbau-Lehre begann und dann in seinem Job Karriere machte, später Bergbau-Diplomingenieur wurde und mit 62 in Pension ging, war der Sport die ideale Ergänzung zum harten Arbeitsalltag. „Wenn ich mich da tagsüber geärgert habe, bin ich danach auf den Sportplatz – da konnte ich mich abreagieren.“

Insgesamt 30 Jahre lang war er in der ersten Mannschaft der DJK TuS Ruhrtal am Ball, war bei den gegnerischen Abwehrreihen gefürchtet. „Ich hatte grundsätzlich Manndeckung“, sagt Günther, der auch drei Jahrzehnte lang als Schiedsrichter tätig war.

Als er sich in einem Spiel gegen den TuS Bommern („da war ich schon 50“) die Achillessehne riss, begann er bald darauf seine zweite sportliche Laufbahn als Faustballer beim USC Bochum. Und das mit beträchtlichem Erfolg: 1982 wurde er deutscher Vizemeister in der Halle, zweimal feierte er mit dem USC die deutsche Altersklassen-Meisterschaft, war zudem zweimal Gewinner beim Deutschen Turnfest (in München und daheim in Bochum). „Der Sport an sich hat mir immer viel gebracht und mich auch fit gehalten“, sagt Ambrosius Günther, der sich als Senior auch recht passabel beim Tennis versuchte und obendrein ein guter Skifahrer ist.

Anfang der 70-er Jahre trainierte er für einige Zeit die Bundesliga-Handballerinnen der UTG Witten, kehrte danach als Coach wieder zu den Ruhrtalern zurück. „Bei der UTG, das war eine schöne Erfahrung. Wir hatten eine tolle Mannschaft, waren sehr erfolgreich und sogar Trainingspartner für unser Nationalteam“, so der 87-Jährige, der den TuS Ruhrtal von 1989 an gut zehn Jahre lang als Abteilungsleiter führte – in diese Zeit fiel u. a. der Aufstieg der Herren in die Landesliga, die A-Junioren schafften den Sprung in die Oberliga. Heute ist er Sprecher des DJK-Ehrenrates.